Jun 222018
 

Endlich: der lang ernsehnte Urlaub ist begonnen. Um die Mittagszeit sind wir am Osloer Flughafen angekommen. Nachdem ich im letzten Jahr von Stockholm begeisert war, erweist sich auch Oslo als schmucke kleine Metropole. Schon vom Flugzeug aus war zu erkennen, wie grün das Gebiet hier ist. Ich habe das Gefühl, dass dies nicht viel mehr als ein Vorgeschmack von dem ist, was mich in diesem Land noch an Natur-, und Landschaftseindrücken erwarten wird. Und ich habe eine leise Vorahnung, dass ich bald nicht mehr so viel Zivilisation und Großstadt sehen werde wie hier.

Relativ bald wird mir klar, dass solche Gruppenreisen auch Nachteile haben: e s blaubt kein Zeit, in einem der gemütlichen Cafés zu verweilen, weil wir von einem interessanten Ort zum nächsten eilen.

Das erste – architektonische – Juwel der Stadt ist die “begehbare” Osloer Oper im ehemals schmuddeligen Hafenviertel der Stadt.

Sie ist sowohl von Innen als auch aussen mehr als sehenswert.

 

Auch das Osloer Rathaus, das wir leider wegen einer Veranstaltung nicht betreten konnten und als “das” Wahrzeichen der Stadt gilt, ist mehr als einen Blick wert.

Es wurde erst in den 1950er- Jahren fertiggestellt.

Zum Abschluß des “offizielen” Tagesprogrammes stand ein Besuch des Wikingerschiffmuseums am Plan, dass mit zwei komplett rekonstruierten Schiffen auch recht beeindruckend war – wenn auch nicht so beeindruckend wie die “Wasa” in Stockholm.

Abends ging es dann ins Hotel am “Holmenkollen”, einem Erholungs- und Sportgebiet Oslos. Das Gebiet dort wartet unter anderem mit einer beeindruckenden Skisprungschanze und dem sogenannten “Holmenkollen Troll” (bitte zehn mal schnell hintereinander aussprechen!), sowie einem beeindruckenden Blick über den Oslofjord auf.

Jun 212018
 

Es wird Zeit, diesen Blog um eine Facette reicher zu machen: vom 22. Juni bis 7. Juli bin ich in Skandinavien unterwegs. In einer von der Firma Kneissl Touristik organisierten Reise geht es von Oslo über die Lofoten bis zum Nordkap, weiter nach Oulo über Helsinki und dann als Abschluss nach Stockholm, das ich bereits letztes Jahr einmal im Rahmen eines Wochenendtrips besucht habe.

In dieser Zeit wird aus diesem Blog ein Reiseblog werden, auf dem ich regelmäßig über die Tour, das Erlebte und vor allem meine Eindrücke vermitteln werde. Selbstverständlich gehören dazu auch Fotos, die ein Gefühl für den hohen Norden vermitteln helfen sollen.

Meine ersten Erfahrungen mit dem nördlichen Europa konnte ich im Jahr 2015 sammeln. Damals war lernte ich Dänemark im Rahmen einer organisierten Radreise durchs Land kennen – und war begeistert. An sich zieht es mich eher regelmäßig Richtung Süden – ans Mittelmeer, das rote Meer oder den indischen Ozean. Der Aussicht auf oft verregnetes, kühles Klima stand ich damals eher skeptisch gegenüber. Doch ich wurde positiv überrascht: vor allem die Mischung aus dichten Wäldern und  wunderschöner Küste fand ich faszinierend. Das Interesse für den Norden war geweckt, und ich erwarte mir von Norwegen, Finnland und Schweden mindestens ähnlich faszinierende Ein- und Ausblicke. Ich bin gespannt und werde berichten.

Feb 042018
 

Ein FPÖler zitiert – im Zuge einer Diskussion auf Twitter – eine rechtsextreme Quelle. So weit, so “Normal” für diese Rechtaußen – Partei, und es wäre mir auch keinen Post wert.

Ausnahmsweise glaube ich dem Herrn Glier aber mal, dass er nicht wusste, dass die Metapedia ein rechtsrechter “Klon” der Wikipedia ist. Um genau zu sein: “Metapedia” setzt auf die selbe (freie) Software “Mediaiwki” wie die altehrwürdige Online Enzyklopädie.

Aber dennoch schreibe ich jetzt hier diesen kurzen Post, weil er zeigt, wie wenig weit her es mit der Medienkompetenz vieler ÖstereicherInnen her sein muss, wenn sogar ein Mann, dessen aktueller Job der des Pressesprechers des Vizekanzlers der Republik Österreich ist.

Ich kann mich noch gut an meine eigene Schulzeit erinnern, da wurde uns beigebracht, dass man Quellen – ob das nun Bücher oder Online- Websites sind – stets kritisch hinterfragen sollte. Und: man sollte stets einen “Double check” durchführen, denn selbst eine “seriöse” Quelle kann manchmal falsch sein.

Kein Wunder also, dass sich “Fake news” – gerade in den sozialen Medien – so schnell verbreiten und von so vielen Menschen geglaubt werden, wenn nicht einmal ein Mann aus der Spitzenpolitik fähig ist, kritisch zu hinterfragen. Eine weiterer Aspekt, der auf der “Großbaustelle Bildung” rasch angegangen werden muß, auch wenn ich meine Zweifel habe, dass dies einer rechts-rechten Regierung überhaupt ein Anliegen ist…

 

Nov 232017
 

Türkisblau wird sich wenig von Schüssels Schwarzblau  unterscheiden

Beginnend mit dem Februar 2000 demonstrierten Tausende gegen die Regierungsbeteiligung der rechtsextremen FPÖ. Der ORF Wien beschäftigte sich vor Kurzem mit der Frage, warum gegen die – wahrscheinliche – neuerliche Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen viel weniger demonstriert wird als damals. Die bisher größte Kundgebung seit der Wahl war eine “Lichterkette” rund ums Regierungsviertel am 15. November. Die Anzahl der TeilnehmerInnen war mit geschätzten 10.000 auch weit geringer als in den  “Wendejahren”

Die Situation, in der sich das Land befindet derzeit befindet, ist auch in vielen Dingen nicht mit der von 2000 vergleichbar. Für die Wahl im Jahr 2017 habe ich von Anfang an damit gerechnet, dass die FPÖ an einer Regierung beteiligt sein würde. Die einzige Frage, die ich mir stellte war, ob sie mit Hilfe von Rot oder mit Schwarz/Türkis an die Macht kommen würden.

Das Rennen hat dann die kurz’sche ÖVP gemacht, in dem sie FPÖ- Positionen 1:1 kopierte. Die Strategie der SPÖ, mit einem ihrer wichtigsten Themen, der Verteilungsgerechtigkeit zu punkten ging nicht auf, beziehungsweise wurde natürlich durch die “Silberstein- Affäre” konterkariert

Was die politischen Inhalte betrifft, muss gesagt werden, dass sich ÖVP und SPÖ nicht erst in der letzten Legislaturperiode immer mehr an FPÖ- Positionen angenähert haben. Ich erinnere da an das populistische Verhüllungsverbot, dass die SPVP – Koalition beschloss,  die peinliche Diskussion über die Aufnahme von 50 minderjährigen Flüchtlingen oder die Forderung der Schließung der Brenner- Grenze, mit der sich SP- Doskozil und VP- Kurz gegenseitig überbieten wollten und die für Verstimmung mit Italien sorgte.

So gesehen beherrscht die FPÖ schon lange große Teile der österreichischen Politik, beispielsweise sind etwa viele der Forderungen aus dem “Österreich zuerst” – Volksbegehren der FPÖ, das 1992 noch für Massenproteste sorgte, mittlerweile längst Gesetz. Die FPÖ hat also mit dafür gesorgt, dass die Republik die realpolitisch nach rechts gerückt ist.

Jetzt wird die FPÖ also nicht nur den Diskurs vor sich hertreiben sondern demnächst auch Regierungsämter besetzen. Dagegen werden wird wieder demonstriert werden, aber es werden längst nicht so viele wie anno 2000. Denn damals hat Wolfgang Schüssel ein Wahlversprechen gebrochen, um an die Macht zu kommen. Er überrumpelte das Land, indem er scheinbar über Nacht mit den Freiheitlichen einen Koalitionspakt präsentierte. Und damit war der “antifaschistische Schutzwall”, der bis dahin eine Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen verhinderte, gebrochen. Dieser wird auch – ob man das gut findet oder nicht – auch nie wieder errichtet werden können.

2017 hat die Volkspartei mit freiheitlichen Positionen den ersten Platz bei der Wahl errungen, es kommt daher auch nicht sehr überraschend, dass sie mit jener Partei koalieren will, mit der sie meisten inhaltlichen Positionen teilt.

Fast 58 Prozent derjenigen, die von Ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben, äußerten damit ihren Wunsch nach einer neoliberalen, rechts-rechten Regierung. Eine Mehrheit will also (wieder) eine rassistische, arbeitnehmerfeindliche Politik des Sozialabbaus und der Korruption. Diese wird sie mit ziemlicher Sicherheit auch bekommen.Jedes Volk bekommt eben die Regierung, die es verdient.

Gegen einiges, was Türkisblau plant werde ich wohl wieder auf die Straße gehen, aber sicher nicht mehr in der Häufigkeit und mit dem Elan, mit dem ich es von 2000 – 2006 getan habe. Das heißt aber nicht, dass ich resigniere. Vielmehr halte ich es für wichtiger, diesmal  konstruktiv am Aufbau bzw. der Stärkung einer progressiven Alternative zum türkisschwarzblauen Modell mitzuarbeiten. Das ist mit Sicherheit erfolgversprechender als wöchentlich auf die Straße zu gehen.

Feb 202017
 
Marx Halle vor der Adaptierung

Marx Halle

Am Rande des dritten Bezirks liegt – im Herzen des Stadtentwicklungsgebietes “Neu Marx” jene Halle, die früher einmal liebevoll “Rinderhalle” genannt wurde und heute “Marx Halle” genannt wurde. Das wunderschöne denkmalgeschützte Gebäude, dass zu Zeiten des dort ansässigen Viehmarktes noch Rinder vor der Schlachtung beherbergte und lange leer stand wird derzeit sehr erfolgreiche für kulturelle und auch andere Veranstaltungen  genutzt.

Leider soll mit dieser als “Zwischennutzung” titulieren Verwendung der Halle nach dem Willen einiger PolitikerInnen und StadtplanerInnen bald Schluss sein.

Eine Zitat “[…]urbane Mischung  aus Kultur- und Kreativwirtschaft, Dienstleistungen, Gewerbe, Gastronomie und vieles mehr […] soll
geboten werden ” Weiters soll “Ein Fokus […] bei Start-ups liegen.” (Siehe hier)

Als Anrainer des Geländes “Neu Marx” und der Marx Halle bin ich aber vom Angebot an Kunst, Kultur und Unterhaltung, das die  derzeitige “Zwischennutzung” mit sich bringt mehr als begeistert. Das beginnt beim “Globe Wien”, geht über diverse Konzerte bis hin zu großartigen Veranstaltungen wie die “Wiener Fahrradschau” im letzten Jahr.

Seitens der Politik und den StadtplanerInnen wurde uns, als wir vor einigen Jahre im Erstbezug hier einzogen, viel versprochen –  ein
belebtes Viertel der Kreativwirtschaft mit Lokalen und Einkaufsmöglichkeiten. sollte es werden. Bis zur kulturellen Nutzung der Marx Halle war davon aber so gut wie nichts zu bemerken – zumindest am Wochenende glich das Gelände einer Geisterstadt; sämtliche Lokale waren geschlossen, und sogar die eröffnete Bank-Filiale schloss samt Bankomat rasch wieder für immer ihre Pforten. Die aktuelle Nutzung der “Marx Halle” als Ort für Kunst, Kultur und Unterhaltung  dagegen brachte endlich mehr Leben ins Grätzl.

Es wäre eine Schande, wenn man diese Nutzung jetzt wieder beenden und aus der Marx- Halle eine Art überdachte Schrebergartensiedlung machen würde – sie soll für große Events erhalten bleiben! Hoffnungsvoll stimmt mich die Tatsache, dass ich mit meiner Kritik offenbar nicht alleine bin. Für die derzeit so beliebten Startups, die unter anderem als Begründung für eine neue Nutzung der Halle herhalten sollen, gibt es ohnedies bereits auch andere Projekte, wie den Medien zu entnehmen ist.

Für eine Marx Halle als Ort von Kultur, Kunst und Unterhaltung!