{"id":1098,"date":"2013-03-29T15:11:23","date_gmt":"2013-03-29T14:11:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.crazybird.net\/?p=1098"},"modified":"2013-03-29T15:11:23","modified_gmt":"2013-03-29T14:11:23","slug":"6-wochen-urlaub-konnen-nur-der-anfang-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.crazybird.net\/?p=1098","title":{"rendered":"&#8222;6 Wochen Urlaub&#8220; k\u00f6nnen nur der Anfang sein."},"content":{"rendered":"<p>In den vergangen Tagen hat in \u00d6sterreich eine Diskussion um den Urlaubsanspruch von Lohnabh\u00e4ngigen begonnen. Unter anderem fordern <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/wirtschaft\/economist\/1379486\/Hundstorfer-spricht-sich-fuer-mehr-Urlaub-aus?_vl_backlink=\/home\/wirtschaft\/economist\/index.do\">Arbeits-, und Sozialminister Hundsdorfer<\/a> sowie etwa die <a href=\"http:\/\/www.oegb.at\/servlet\/ContentServer?pagename=S06\/Page\/Index&amp;n=S06_0.a&amp;cid=1363428627275\">Gewerkschaften<\/a> sechs &#8211; statt bisher f\u00fcnf &#8211; Wochen Urlaubsanspruch pro Jahr f\u00fcr alle arbeitenden Menschen.<\/p>\n<p>Wenig verwunderlich, dass die Arbeitgebervertreter, die sich sonst von Ihren Angestellten immer mehr Flexibilit\u00e4t verlangen, die bei sich selbst vermissen lassen und die <a href=\"http:\/\/kurier.at\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/arbeitgeber-lehnen-sechste-urlaubswoche-ab\/6.630.828\">Forderung nach mehr Urlaub ablehnen<\/a>.<\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, dass viele Menschen heute real bis zu achtzig Stunden pro Woche arbeiten halte ich diese Forderung f\u00fcr gerechtfertigt. Die derzeit geltende Regelung sieht eine sechste Urlaubswoche allgemein erst nach 25 Dienstjahren &#8211; und zwar 25 Jahre beim selben Arbeitgeber. Diese Regelung ist in jedem Fall nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df, denn in\u00a0 vielen Branchen ist es absolut un\u00fcblich oftmals auch unm\u00f6glich, 25 Jahre lang im selben Unternehmen zu arbeiten.<\/p>\n<p>Aber auch im Hinblick auf das, zum Gl\u00fcck immer wichtiger werdenden Gleichgewicht zwischen Berufsleben und Freizeit, das seit einigen Jahren unter dem Begriff &#8222;Work-Life-Balance&#8220; diskutiert wird, w\u00e4re eine sechste Urlaubswoche &#8211; auch f\u00fcr Menschen, die weniger als 25 Jahre arbeiten, wichtig und notwendig.<\/p>\n<p>Dabei kann aber ein Mehr an Urlaub nur der Beginn eines Prozesses sein, um das Verh\u00e4ltnis zwischen Arbeits&#8211;, und Freizeit neu zu regeln. In Regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden h\u00f6ren wir von diversen &#8222;ExpertInnen&#8220;, dass wir, angesichts zunehmender Lebenserwartung und \u00dcberalterung, zuk\u00fcnftig l\u00e4nger im Berufsleben stehen werden m\u00fcssen. Vermutlich kann das drohende Szenario durch verst\u00e4rkte Zuwanderung abgefedert werden, dennoch glaube auch ich, dass Menschen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter bis 70 oder l\u00e4nger arbeiten werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>W\u00fcrde man sich schon heute die richtigen Ma\u00dfnahmen \u00fcberlegen, w\u00fcrde &#8222;m\u00fcssen&#8220; vielleicht auch ein &#8222;wollen&#8220; werden. Heute ist es ja noch \u00fcblich, dass man &#8222;im besten Alter&#8220; &#8211; also zwischen 20 &#8211; und 60 &#8211; sein Leben haupts\u00e4chlich in der Arbeit verbringt, Geld spart, um sich &#8222;in der Pension etwas leisten zu k\u00f6nnen&#8220;. Doch jeder kennt die F\u00e4lle von Familienmitgliedern, Verwandten oder Bekannten, die w\u00e4hrend ihres aktiven Berufsleben davon schw\u00e4rmten, was sie &#8222;in der Pension&#8220; nicht alles machen wollen &#8211; ob Weltreise, Studium oder etwas anderes &#8211; und dann, wenn es soweit ist, zu krank oder zu m\u00fcde sind, um die Pl\u00e4ne dann auch zu verwirklichen sind.<br \/>\nWas w\u00e4re, wenn man diese Pl\u00e4ne nicht erst &#8222;dann mit 60&#8220; umsetzen k\u00f6nnte, sondern JETZT? Einfach ein Jahr auf Weltreise gehen, ein eigenes Buch schreiben, einen anderen Traum verwirklichen k\u00f6nnte? Das geht gewiss mit einigen Anstrengungen auch heute schon, aber vielleicht k\u00f6nnte man auch bessere gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die es erm\u00f6glichen, dass ich dabei nicht um meine Existenz f\u00fcrchten muss, etwa in dem mir mein Arbeitgeber garantiert, dass nach dem Jahr wieder an meinen Arbeitsplatz zur\u00fcckkehren kann? Nicht umsonst erfreuen sich Modelle wie das &#8222;Sabbatical&#8220; zunehmender Beliebtheit. Allerdings sind viele dieser Modelle an die Bedingung gekn\u00fcpft, dass man w\u00e4hrend dieser &#8222;Auszeit&#8220; eine Weiterbildung besuchen muss. Diese Beschr\u00e4nkung halte ich aber f\u00fcr nicht zielf\u00fchrend: vielleicht hilft es einem Menschen mehr, sp\u00e4ter wieder Spa\u00df an seinem Job zu haben, wenn er zwischendurch f\u00fcr ein Jahr auf einer einsamen Insel lebt,\u00a0 eine Wanderung quer durch Europa macht oder Obdachlose in der Wiener Gruft betreuen kann.<\/p>\n<p>Auf Seiten der Finanzierung dieser &#8222;Tr\u00e4ume&#8220; in den besten Jahren seines Lebens sollte man nat\u00fcrlich auch \u00fcber die Sinnhaftigkeit heute existierender Transitionssysteme diskutieren &#8211; und Alternativen andenken. Ein interessanter Ansatz w\u00e4re beispielsweise\u00a0 das <a href=\"http:\/\/www.grundeinkommen.at\/index.php\/grundeinkommen\">Bedigunglose Grundeinkommen<\/a>.<\/p>\n<p>Zusammenfassend ist zu sagen: &#8222;Arbeiten bis 75?&#8220; Warum nicht, wenn man dazwischen auch mal was anderes machen kann, an dem man Spa\u00df hat, und wenn man noch entsprechend gesund ist. Dabei w\u00e4ren aber auch die Unternehmen gefragt, endlich flexibler zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangen Tagen hat in \u00d6sterreich eine Diskussion um den Urlaubsanspruch von Lohnabh\u00e4ngigen begonnen. Unter anderem fordern Arbeits-, und Sozialminister Hundsdorfer sowie etwa die Gewerkschaften sechs &#8211; statt bisher f\u00fcnf &#8211; Wochen Urlaubsanspruch pro Jahr f\u00fcr alle arbeitenden Menschen. 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